Die Hamburger Hauptkirchen

Wer kennt sie nicht, die Türme der fünf Hamburger Hauptkirchen? Seit Jahrhunderten prägen sie die Silhouette unserer Stadt und verleihen vielen Hamburger*innen ein Gefühl von Heimat. Obwohl die Zahl hoher Gebäude in Hamburg zunimmt, bieten sie im Stadtbild weiterhin Orientierung. Der Begriff „Hauptkirchen” wird nur in Hamburg verwendet und stammt noch aus der Zeit des Mittelalters, als es in Hamburg tatsächlich nur vier Kirchen gab (St. Michaelis kam erst später mit Gründung der Neustadt später dazu). Mit der Vergrößerung der Stadt wurden weitere Kirchen gebaut, die  quasi als „Filialen” den Hauptkirchen zugeordnet waren. Daraus hat sich bis heute der Begriff „Hauptkirchen” gehalten. Wegen ihrer historischen Bedeutung, ihrer prominenten Lage inmitten der Stadt und ihren besonderen Kirchenräumen, fällt ihnen die Aufgabe zu, „Kirche für die ganze Stadt zu sein, die Großstadt in der Kirche und die Kirche in der Großstadt bewusst zu machen sowie die Stimme des Glaubens in besonderer Weise zu Gehör zu bringen“ (aus der Hauptkirchensatzung).

Gemeinschaftswerk der Hauptkirchen

Die fünf Hauptkirchen unterscheiden sich sowohl äußerlich als auch in ihrem Profil erheblich. Sie sind im Gemeinschaftswerk der Hamburger Hauptkirchen organisiert und arbeiten auf diese Weise zusammen an zahlreichen gemeinsamen Zielen und Projekten. Jährlich finden Predigt- und Kantatengottesdienstreihen statt sowie die Konzerte des Hamburger Orgelsommers. Eine Übersicht über die Veranstaltungen der Hauptkirchen bietet die Broschüre „Kirche für die Stadt”, die in allen Hauptkirchen sowie den kirchlichen Einrichtungen der Innenstadt verfügbar ist.

Kollegium der Oberalten und das Hospital zum Heiligen Geist

Seit 1528/29 hat das Kollegium der Oberalten nach Johannes Bugenhagens Kirchenordnung den hamburgischen „Gotteskasten“, also das Kirchen-, Armen- und Sozialwesen verwaltet.

Jede Hamburger Hauptkirche entsendet drei Mitglieder der Kirchengemeinderäte (‚Älteste‘) in das Kollegium, das über lange Zeit politische Funktionen ausübte. So hatte es auf die Einhaltung der Gesetze zu achten und zwischen Rat und Bürgerschaft zu vermitteln. Diese Aufgaben gingen 1860 verloren, aber es blieb die Verantwortung für das seit Anfang des 13. Jahrhunderts bestehende Hospital zum Heiligen Geist und das gleich alte Marien-Magdalenen-Kloster. Die heutige „Stiftung Hospital zum Heiligen Geist mit Oberalten-Stift, Marien-Magdalenen-Kloster und Altendank“ (www.hzhg.de) ist längst, weltkriegsbedingt, aus der Innenstadt (Oberaltenallee!) nach Poppenbüttel umgezogen. Dort bietet die „Kleine Stadt für Senioren“ 1000 Plätze in der Heim- und Kurzzeitpflege, Wohnen mit Service und die Betreuung Demenzkranker an. 

Weitere Informationen zu dem Kollegium der Oberalten finden Sie hier.