Das Vokalensemble St. Jacobi 

Das Vokalensemble St. Jacobi wurde 1982 als Kammerchor der Hauptkirche von Rudolf Kelber gegründet; seit 2016 hat Kantor Gerhard Löffler die Leitung. Das Repertoire des Chores umfasst Literatur vom Mittelalter bis zur zeitgenössischen Musik. 

Die historische Aufführungspraxis bildet einen wichtigen Schwerpunkt; sie hat den Chor u.a. mit der Musica Fiata Köln und dem Hamburger Barock­orchester (bis 1987), später mit den hauseigenen Ensembles Cythara-Ensemble und Cappella Praetoriana zusammengeführt. „Authentisch” begleitete Aufführungen der Johannes-Passion von Bach in zwei Fassungen (1985), Händels „Messiah” (1994) oder Mozarts „Requiem” im Kontext der Salieri'schen „La Passione” (1986) bewiesen die Qualitäten des Chores als flexibler und stilsicherer Klangkörper. Dies dokumentieren Rundfunk-, Schallplatten-, und CD-Aufnahmen mit Werken von Monte­verdi, Schütz, Jannequin, Vittoria, Praetorius, Eccard, Weckmann, Mendelssohn, Brahms und Nørgard. 

Beim II. und III. Deutschen Chorwettbewerb wurde das Vokalensemble St. Jacobi jeweils Hamburger Landessieger, 1986 deutscher Sieger beim Inter­natio­nalen Wettbewerb „Let the people sing”. Mit Händels Brockes-Passion gastierte das Vokal­ensemble 1992 zu den Göttinger Händelfestspielen. Herausragende Publikumserfolge waren u.a. die Marienvesper von Claudio Monteverdi beim Schleswig-Holstein Musik Festival 1991 und im Februar 1993 in St. Jacobi, Johann Sebastian Bachs Oster- und Himmelfahrtsoratorium (1996), Weihnachts­oratorium (Teile I-VI 1996 und 2007) und die h-moll-Messe (1998). Das Schubert/Brahms/Mendelssohn-Jahr 1997 wurde mit vielfältigen Aktivitäten ausgestaltet. Musik von Komponisten aus Theresienstadt stand 2000, die Liturgie Nr. 2 von Mikis Theodorakis 2001 auf dem Programm. Fernsehauftritte und szenische Produktionen („San Giovanni Battista” von Stradella 1983 und „Jüngstes Gericht” von Buxtehude 1987) runden die vielseitigen Aktivitäten ab. 

Konzertreisen führten das Ensemble u.a. nach Spanien (1990), Italien (Rom 1992, Venedig 1998), Österreich und Süddeutschland (1995). Zuletzt trat das Vokalensemble im Oktober 2009 auf Einladung des Goethe-Instituts in Toulouse mit einem Programm „Wir sind das Volk” auf, das neben Werken von Petr Eben, Francis Poulenc und Heinrich Schütz Pop- und Protestsongs der Wendezeit sowie „Fünf Chorlieder nach Gedichten von Bertolt Brecht” des Dirigenten Rudolf Kelber enthielt.